Der Generalvikar informiert: Anordnungen und Handlungsempfehlungen in Zeiten von Corona

Der ganze Brief ist hier unter Downloads zufinden.

Sehr geehrte Herren Pfarrer, liebe Mitbrüder, sehr geehrte Damen und Herren in unseren Pfarreien und Einrichtungen, wie Erzbischof Dr. Stefan Heße in seinem Brief vom 16. März 2020 angekündigt hat, schicke ich Ihnen hiermit weitere Anordnungen und Handlungsempfehlungen aufgrund der aktuellen Lage.

Auch als Kirche müssen wir unseren Beitrag dazu leisten, um eine Ausbreitung des Coronavirus so weit wie möglich zu verzögern.

Der Erzbischof hat bereits bekanntgegeben: Bis zum 30. April werden alle Gottesdienste und liturgischen Feiern sowie alle Veranstaltungen, Konferenzen, Gremiensitzungen und alle weiteren öffentlichen Versammlungen im gesamten Erzbistum Hamburg ausgesetzt. Dazu gehören auch bereits länger geplante, größere Gottesdienste wie z.B. die Missa Chrismatis oder größere Veranstaltungen wie der Lübecker Kreuzweg. Direkte soziale Kontakte müssen aktuell leider auf ein Minimum heruntergefahren werden. Das gilt für all unsere Pfarreien, Einrichtungen und Versammlungsorte. Dort, wo unaufschiebbare Entscheidungen getroffen werden müssen und es technisch umsetzbar ist, rate ich dringend an, die Möglichkeiten von Telefon- oder Videokonferenzen oder ein schriftliches Umlaufverfahren zu wählen. Auf diese Weise können „Ersatzsitzungen“ durchgeführt und Entscheidungen getroffen werden. Solange es keine allgemein gültige, behördliche Ausgangssperre gibt, können die Kirchen für das persönliche Gebet offen gehalten werden. Die Glocken sollten weiterhin zu den Tagzeiten läuten. Ob ein Kirchengebäude grundsätzlich geöffnet bleibt, entscheidet bitte der Pfarrer vor Ort. Bitte achten Sie darauf, dass es dennoch zu keinerlei größerer Versammlungen kommt. Für eine Erreichbarkeit in den Pfarreien per Telefon muss gesorgt werden.

Stellvertretend für alle Gläubigen sollte möglichst der Pfarrer den Gottesdienst alleine feiern. In Fragen der Seelsorge vor Ort stimmen Sie bitte nach Möglichkeit mit den evangelischen Schwestern und Brüdern ab. Hier lassen sich mit Sicherheit Wege der gegenseitigen Unterstützung finden. Bitte achten Sie auf die regelmäßige Reinigung und Desinfektion aller öffentlich zugänglicher Räumlichkeiten in Ihren Einrichtungen. Für die Spendung von Sakramenten und Sakramentalien außerhalb des Gottesdienstes gilt: Geplante Taufen, Trauungen, Konversionen und Wiederaufnahmen müssen auf einen Zeitpunkt verschoben werden, bis die Aussetzung der Feier von Gottesdiensten wieder aufgehoben ist. Dasselbe gilt für Feiern der Erstkommunion und Firmungen. Taufen in Todesgefahr sind unter den üblichen Bedingungen (cann. 865 § 2, 867 § 2, 868 § 1 CIC) und unter Beachtung der Vorschriften zum Schutz aller Beteiligten vor Infektionen zu spenden. Die Sakramente der Krankensalbung und der Versöhnung sollten unter den Bedingungen, die den Priester vor einer Ansteckung schützen, gespendet werden. Auch die Krankenkommunion ist nur unter Beachtung des Infektionsschutzes aufseiten des Spenders wie des Empfängers zu spenden. Wiederaufnahmen in die katholische Kirche, die sich nicht verschieben lassen (bspw. Todesgefahr), können ohne Öffentlichkeit vollzogen werden. Requien werden auf Wunsch der Angehörigen vom Priester stets aber ohne Öffentlichkeit gehalten. Beerdigungen dürfen unter Beachtung der Auflagen des jeweiligen Bundeslandes stattfinden. Ebenso wie die Nordkirche interpretieren wir die aktuelle Verfügung hinsichtlich von Versammlungen in Gotteshäusern so, dass Beerdigungen unter freiem Himmel auf den Friedhöfen weiterhin stattfinden können. Es wird empfohlen, die Teilnehmerzahl stark zu begrenzen (z.B. in Mecklenburg: 10 Personen) und zu einem späteren Zeitpunkt ein Jahresgedächtnis zu feiern, wie es in der katholischen Kirche üblich ist. Bitte beachten Sie, dass sich die Lage kurzfristig verändern kann. Weitere Maßnahmen und Einschränkungen sind denkbar. Ich möchte Sie dennoch bitten, den Mut nicht zu verlieren. Gerade jetzt ist es um so wichtiger, dass wir im Gebet füreinander da sind und aneinander denken. Gemeinsam und mit Gottes Hilfe werden wir diese schwierige Zeit meistern. Für Ihre Fragen haben wir in dieser Krisenzeit ab heute, 17. März 2020, 15.00 Uhr eine eigene Telefonnummer eingerichtet: (040) – 24877 -444. Hier wird Ihnen bestmöglich weitergeholfen.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage: www.erzbistumhamburg.de.

Die Informationen werden laufend ergänzt und erweitert und werden auch liturgische und pastorale Angebote und Hinweise, Gottesdienstzeiten, Gebete und trostspendende Texte umfassen.

Bitte leiten Sie diese Informationen an alle Gremienvertreter Ihrer Pfarrei weiter. Freundliche Grüße und Gottes Segen

Ansgar Thim Generalvikar