Neues aus dem Geistlichen Zentrum

September 2022

Was sind Exerzitien ? Das Wort „Exerzitien“ geht auf das lateinische Wort für „üben“ zurück. Exerzitien sind „geistliche Übungen“. Denn wie es Übungen gibt, um den Körper fit zu halten, so gibt es auch solche, um Geist und Seele fit zu halten. Bei diesen Übungen geht es darum, sich immer mehr für Gottes Wirken zu öffnen. Dabei können eine ganze Palette von Gebetsformen helfen: Bibel lesen und meditieren, das eigene Leben reflektieren und ordnen, achtsam in der Gegenwart zu verweilen, die eigenen Gefühle und Emotionen wahrnehmen, beten, singen, loben, danken, bitten …

Wenn wir heute über Exerzitien sprechen, meinen wir in der Regel gesonderte Zeiten, in denen wir unsere „Übungen“ intensivieren. Manche fahren dafür zu einem Kurs in ein Kloster oder ein Bildungshaus. Mittlerweile gibt es eine Fülle von verschiedenen Formen. Die bekannteste sind Exerzitien im Alltag, die in den Gemeinden oft in der Fasten- oder Adventszeit angeboten werden. Bei dieser Form der Exerzitien, nimmt man sich täglich einen Zeit für das Gebet und die Meditation. Zur Gestaltung dieser Gebetszeit bekommt man Impulse. Regelmäßig tauscht man sich mit anderen aus. So kann man einander stärken und sich gegenseitig motivieren. Gleich auf welche Weise im christlichen Kontext Exerzitien gemacht werden, immer geht es dabei um die eigene Beziehung zu Gott und Gottes Beziehung zu einem selbst.

Die klassische Form der Exerzitien gehen auf Ignatius von Loyola (1491-1556) zurück. Sie ist auf 30 Tage angelegt. Eine Zeit, die nur für Gebet und Meditation reserviert ist.
Ziel ist es, sein Leben ganz an Jesus Christus auszurichten und ihm mehr und mehr nachzufolgen. Für Menschen, die diesen intensiven Weg geht möchten, ohne sich jedoch so lange aus den alltäglichen Verpflichtungen zurückzuziehen, bieten wir die sogenannten „Großen Exerzitien“ in der Form von Exerzitien im Alltag, wie sie oben beschrieben sind. Dieser Weg führt über zwei Etappen vom 1. Oktober bis Mitte Mai.

Darüber hinaus gibt es in unserem Programm noch weitere Zeiten des Auftankens:

¨ Ein monatlicher Oasentag, für alle, die eine kleine Auszeit vom Alltag suchen. Dieser Tag ist geprägt von Zeiten, um zur Ruhe zu kommen, die Natur zu genießen und mit Gott im Gespräch zu sein. Dazu gibt es unterstützende Impulse und die Möglichkeit zum Einzelgespräch.

¨ Zweimonatlich einen kontemplativen Nachmittag, wo wir in mehren Einheiten in achtsamen Dasein und stillen Gebet verweilen.

¨ Kurzexerzitien – drei Tage in Stille und Gebet.

Eine gute Übersicht über unsere Veranstaltungen bekommen Sie auch auf unserer Website, die Frau Kegler im August teilweise neu gestaltet hat. So können Sie jetzt unter Aktuelles alle Termine in Überblick sehen und von dort mit nur einem Klick zu dem Angebot kommen, dass Sie interessiert.

Ich wünsche Ihnen die Zeit und Muße, um immer mal wieder aus Ihrem Alltag auszusteigen und zu sich selber zu kommen. 

Ihre Evelyn Krepele

August 2022
Der Sommer ist noch nicht vorbei, doch die Sommerferien neigen sich dem Ende zu. Mitte des Monats beginnt das neue Schuljahr. Damit ändert sich auch der Rhythmus der Stadt und es kommt wieder mehr Leben in unserer Gemeinden.

Im Geistlichen Zentrum San Damiano ist die Planung für die nächste Zeit voll in Gang. Im Herbst setzen wir verstärkt auf Angebote vor Ort. Nach den guten Erfahrungen, die wir im Juni mit dem kontemplativen Nachmittag gemacht haben, laden wir im September und im November erneut zu einem Nachmittag im schweigenden Gebet ein.
Die „großen Exerzitien“ sind ursprünglich eine Auszeit von 30 Tagen, die nur dem Gebet und dem inneren Ordnen des eigenen Lebens gewidmet sind. Doch wer kann sich so eine intensive Zeit nehmen? Daher besteht die Möglichkeit, die Erfahrungen dieser großen Exerzitien auch alltagsbegleitend zu machen. Ende September beginnen wir mit einem solchen Kurs.
Daneben bieten wir Ende Oktober Kurzexerzitien mit Übernachtung im Geistlichen Zentrum an. Hier ist die Zahl der Teilnehmer_innen auf max. drei Personen begrenzt. Beide Exerzitienangebote werden im September-Infoblatt ausführlicher vorgestellt.

Mit einem Austauschtag zur eigenen Endlichkeit, beteiligen wir uns an der Hamburger Hospizwoche. Wer im Juli die Gelegenheit zum Austausch verpasst hat, bekommt so im Oktober eine neue Chance.

Auch unsere regelmäßigen Online-Angebote, das Bibelgespräche „Bibel und Alltag“ sowie das kontemplative Abendgebet, setzen wir fort. Neue Teilnehmende sind herzlich willkommen.

Unser Programm für die Adventszeit ist noch in Arbeit. Wenn Sie dafür Wünsche haben, würde ich diese gerne aufgreifen.

Auf Wunsch des Pfarrpastoralrates und exklusiv für unsere Pfarrei gibt es Ende August einen Begegnungsnachmittag der Gremien, der Kandidaten und Kandidatinnen für die Gremienwahl und der Hauptamtlichen in der Pfarrei. Selbstverständlich steht dieser Tag auch allen anderen interessierten Mitgliedern der Pfarrei offen.

Ich wünsche allen, die noch in den Urlaub gehen, eine erholsame Zeit und stärkende Erlebnisse, allen, die aus dem Urlaub zurückgekommen sind, einen guten Start in den Alltag, und allen, die keinen Urlaub machen, mitten im Alltag Orte und Zeiten der Erholung und des Auftankens.

Ihre Evelyn Krepele

Juli 2022
Über diese Fragen haben wir neulich in einer kleinen Gruppe gesprochen. Dafür brachte eine Teilnehmerin dieses Foto mit. Mit großer Begeisterung erzählte sie von den kleinsten Blumen auf der Wiese. Dabei kann sie stundenlang bewundern, wie detailreich selbst diese klitzekleinen Pflanzen geschaffen sind. Für sie ist es ein Hinweis auf Gott, der sich liebevoll jedem noch so kleinen Detail und jedem noch so geringen Geschöpf zuwendet.

Wo finden Sie Hinweise auf Gott? Machen Sie sich doch mal auf und schauen genau hin: Auf Wiesen und Feldern, in den Parks und am Wegesrand, oder mitten in der Stadt auf den Straßen und Plätzen, im Bus oder der U-Bahn, in den Geschäften, bei der Arbeit und in der Freizeit … in der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Menschen, Tiere und Pflanzen, in Erlebnissen und Begegnungen, überall kann Gott sich zeigen. Vielleicht mögen Sie dann mit dem heiligen Franziskus jubeln und Gott in und mit seiner Schöpfung preisen: Gelobt seist du, mein Herr, mit all deinen Geschöpfen, besonders … für Bruder Sonne … für Schwester Mond und die Sterne … für Bruder Wind, für Luft und Wolken, … für Schwester Wasser … für Bruder Feuer … für unsere Schwester, Mutter Erde … Diese Elemente hebt Franziskus in seinem Sonnengesang (im Gotteslob Nr. 19,2) hervor. Welche möchten Sie ergänzen? Vielleicht die kleinsten Blumen auf der bunten Sommerwiese oder die vielen, unterschiedlichen Menschen in der
S-Bahn? Am Ende seines Lebens preist Franziskus Gott auch für „unsere Schwester, den leiblichen Tod.“ Ist Gott wirklich für den Tod zu preisen oder ist er eher eine Art Unfall der Natur? Ist es nicht niederdrückend, sich der eigenen Endlichkeit bewusst zu sein? Oder kann dieses Bewusstsein zu einer größeren Lebendigkeit führen?

Am Samstag, dem 9. Juli, werden wir an dem Austauschtag „Lebendig endlich sein – endlich lebendig sein“ diesen Fragen nachgehen. Dabei wollen wir die Lebendigkeit gerade im Bewusstsein um die eigene Endlichkeit entdecken. Im Juni hatten wir erstmalig einen kontemplativen Nachmittag angeboten. Einfach in der Gemeinschaft schweigend da zu sein, das hat den Teilnehmenden sehr gut getan. Von daher werden wir weiterhin solche Nachmittage anbieten. Die nächsten werden am Samstag, dem 3. September und 5. November stattfinden.

Sehr gefreut haben wir uns über einen kurzen Besuch von Erzbischof Stefan im Geistlichen Zentrum. Dabei wurde deutlich, wie sehr er unser Haus als einen guten Ort erlebt hat. Wenn auch Sie das Geistliche Zentrum kennenlernen oder einen Tag der Stille erleben möchten, kommen Sie gerne her. Vielleicht ist für Sie die Ferienzeit im Juli gerade ein passender Zeitpunkt.

Ich wünsche Ihnen von Herzen eine große Entdeckerfreude bei der Suche nach Gott in Ihrer Umgebung und eine erholsame Sommerzeit.

Ihre Evelyn Krepele

Juni 2022
Die Karmelitinnen auf Finkenwerder werden zum Ende des Monats Hamburg verlassen. Das bedauere ich sehr. Allerdings gehen sie nicht, ohne uns etwas zu hinterlassen. Und das meine ich ganz praktisch. Die Schwestern haben uns u. a. eine so reiche Ausstattung an Meditationshockern und -kissen, Decken und Matten geschenkt, dass ich nicht alles auf einmal in meinem kleinen Auto transportieren konnte. Über diese vielen Dinge freue ich mich sehr und danke den Schwestern herzlichst.
Es ermöglicht uns jetzt auch für größere Gruppen Meditations- und Kontemplationstage anzubieten.

Den Anfang machen wir am 11. Juni mit einem Kontemplationsnachmittag. Im kontemplativen Beten verweilt der/die Betende ganz in der Gegenwart ohne sich durch Gedanken und Vorstellungen ablenken zu lassen. Dabei gehen er/sie davon aus, dass im Hier und Jetzt Gott gegenwärtig ist. Letztlich geht es darum ganz da zu sein, d. h. völlig präsent zu sein. Dazu gibt es einige Hilfestellungen und Methoden, die dies fördern wollen, wie beispielsweise gezielt seinen Körper wahrzunehmen, sich auf den eigenen Atem zu konzentrieren, den Atem mit einen Wort zu verbinden … Es ist und bleibt ein Üben.

Der heilige Franz von Sales (1567 – 1622) gibt uns eine Ermutigung: „Wenn dein Herz wandert oder leidet, bring es behutsam an seinen Platz zurück und versetze es sanft in die Gegenwart Gottes. Und selbst dann, wenn du nichts getan hast in deinem Leben, außer dein Herz zurückzubringen und wieder in die Gegenwart Gottes zu versetzen – obwohl es jedes Mal wieder fortlief, wenn du es zurückgeholt hattest -, dann hat sich dein Leben wohl erfüllt.“

Probieren Sie es doch mal aus. Der Kontemplationsnachmittag ist dafür eine gute Gelegenheit.
Anfang Juni feiern wir Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes, von dem wir im großen Glaubensbekenntnis bekennen, dass er „lebendig macht“. Die Erfahrung dieser lebenssprühenden und lebendig machenden Kraft wünsche ich Ihnen nicht nur zu Pfingsten.

Ihre Evelyn Krepele

Mai 2022
In der Mitte ein großes blaues Tuch, eine Kerze, ein paar Blumen und eine Bibel, drum herum ein Kreis von Stühlen; die Gemeinderäume und die Umgebung von St. Olaf eignen sich hervorragend für Besinnungstage kleinerer und größerer Gruppen. Dies konnten wir im April gleich zweimal erleben. Am ersten Samstag haben 12 Personen aus der Gemeinde Herz Jesu und anderen Teilen unserer Pfarrei einen besinnlichen und entspannten Nachmittag genossen. Dabei ging es zuerst ins nahe gelegene Horner Moor. Die Aufgabe: einfach wahrnehmen was da ist. Es ist erstaunlich, was sich alles zeigt, wenn man sich die Zeit gönnt, mit offenen Sinnen umher zu gehen. Danach ging es mit dem Bild des Gartens weiter unter der Fragestellung, was jedem einzelnen von Gott geschenkt ist. Ein Wortgottesdienst rundete den Nachmittag ab. Selbstverständlich war der Austausch untereinander bei Kaffee und köstlichem Kuchen (von Frau Rex) ein Teil des Programms.

In der Karwoche füllte sich der Gemeinderaum dann mit Abiturientinnen und Abiturienten der Sankt-Ansgar-Schule, Hamburg. Zum Abschluss ihrer Schulzeit stellten sie sich zwei sehr intensiven Tagen der Selbstreflexion und der Frage, wie man gute Entscheidungen trifft.

Es tut gut, sich wieder in Präsenz begegnen zu können, im Austausch miteinander zu sein, aber auch Zeit für sich zu haben, in sich gehen zu können und ins Beten zu kommen. Auch in den nächsten Monaten werden wir unterschiedliche Formen von besinnlichen Zeiten anbieten. So ist für den 11. Juni ein Kontemplationsnachmittag geplant. Am 9. Juli wird es unter dem Titel „Lebendig endlich sein – endlich lebendig sein“ ein Austauschtag zum Thema Tod und Leben geben. Mehr dazu im nächsten
Infoblatt und jetzt schon auf der Website des Geistlichen Zentrums.

Zudem haben wir unser Online-Angebot erweitert: Seit Ende April bieten wir monatlich eine kontemplative Gebetszeit für alle an, die gerne mit anderen zusammen meditieren möchten, aber den Weg nach Horn nicht auf sich nehmen mögen.

Besonders freue ich mich, dass wir auch in diesem Jahr wieder Gäste in unserem Haus begrüßen können. Mittlerweile sind die meisten Einschränkungen weggefallen. Selbstverständlich achten wir weiterhin sehr auf die Sicherheit aller.

Mit jeder Erfahrung, die wir machen, wächst das Geistliche Zentrum ein Stückchen weiter. Manchmal erscheint es mir wie die Natur, die im Frühling erwacht, mit der Verheißung, dass die Blütenpracht noch aussteht.

Jetzt im Mai ist die Natur in ihrer Fülle erwacht. Leben in Fülle ist uns auch von Christus verheißen. Ich wünschen Ihnen diesem Leben in Fülle immer mehr auf die Spur zu kommen.

Ihre Evelyn Krepele

April 2022
Während die Natur langsam zu neuem Leben erwacht ist und die Schneeglöckchen, Krokusse und Winterlinge den Narzissen und Tulpen langsam Platz machen, hat sich das Lebensgefühl von vielen grundlegend verändert.

Der Frieden in Europa, der uns so sicher schien, ist brüchig geworden. Wir haben erlebt, wie ein großes Land so einfach bei seinem kleineren Nachbarn militärisch einmarschiert ist und Millionen von Menschen zur Flucht treibt. Eine Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft rollt nicht nur durch unser Land. Auch in unserer Pfarrei sind viel Geld und Sachspenden gesammelt worden, um Flüchtlingen in Polen und in der Ukraine zu helfen. Das ist gut.

Gut ist auch, dass wir als Christinnen und Christen immer die Möglichkeit haben, unsere Sorgen und Anliegen im Gebet Gott zu sagen. Ich bin überzeugt, Millionen von Menschen beten für den Frieden, und vielleicht haben Sie sich auch schon lange in die große Gruppe der Betenden eingereiht. Zweimal am Tag (um 12 Uhr mittags und um 18 Uhr) läuten unsere Glocken, traditionell zum Angelus-Gebet. Vielleicht kann das Glockenläuten uns zur Erinnerung werden, innezuhalten und für den Frieden zu beten, mit eigenen Worten, mit dem Angelus-Gebet oder vielleicht mit den Worten von Papst Johannis Paul II.
Wie wir für den Frieden beten ist sicherlich zweitrangig, dass wir Frieden dringend brauchen, ist dagegen wohl unumstritten.

Im Gebet mit Ihnen vereint!

Ihre Evelyn Krepele

Gott,
höre meine Stimme

Zu dir, Schöpfer der Natur und der Menschheit, der Wahrheit und Schönheit, bete ich:
Höre meine Stimme,
denn es ist die Stimme der Opfer aller Kriege und Gewalt zwischen Einzelnen und Nationen.
Höre meine Stimme,
denn es ist die Stimme aller Kinder, die leiden und die leiden werden, wenn Menschen auf Waffen und Krieg vertrauen.
Höre meine Stimme,
wenn ich dich bitte, in die Herzen aller Menschen die Vision vom Frieden, die Kraft der Gerechtigkeit und die Freude an der Gemeinschaft einzuflößen.
Höre meine Stimme,
denn ich spreche für die Vielen in jedem Land und zu jeder Zeit,  die keinen Krieg wollen und bereit sind, den Weg des Friedens zu gehen.
Höre meine Stimme,
gewähre uns die Einsicht und Kraft, damit wir immer auf Hass mit Liebe, auf Ungerechtigkeit mit engagierter Gerechtigkeit,
auf die Not mit dem Teilen von dem, was wir haben, und auf Krieg mit Frieden antworten können.
O Gott, höre meine Stimme, und gewähre der Welt deinen immerwährenden Frieden.

Papst Johannes Paul II in Hiroshima, Japan, 1981

März 2022
An den Wochenenden im Februar war ich in unseren vier Gemeinden, um das Geistliche Zentrum vorzustellen. Dabei stellte sich mir als erstes die Frage: Worum geht es im Geistlichen Zentrum? Was ist 
„geistlich“, oder – um es mit einem neumodischeren Wort zu sagen – was ist „Spiritualität“? Ich versuche es mal so zu definieren: Spiritualität ist die Weise, wie der Glaube im eigenen Leben konkret erfahrbar wird. Vielleicht kann ich es mit einem Bild verdeutlichen: Ich denke an mein Auto. Es bringt mich zuverlässig überall hin. Allerdings fährt es nur so lange, wie Benzin im Tank ist. Geht das Benzin zur Neige, fahre ich zur Tankstelle. Ich unterbreche meine Fahrt, um meinen Tank aufzufüllen.

Ähnlich ist es in meinem Leben: Ich weiß, dass Gott da ist und ich bin auch da. Doch im Alltag ist viel los. Ich laufe von einem zum anderen. Manchmal habe ich das Gefühl, tausend Sachen gleichzeitig zu machen. Da gerät mir manchmal das Wichtigste aus dem Blick. Darum brauche ich ab und zu eine Unterbrechung. Ich halte an, um mich wieder neu auf Gott auszurichten, mit ihm in Beziehung zu treten. Ich werde mir von neuem bewusst, dass er da ist, und ich nicht alles alleine bewältigen muss.

Diese Unterbrechung, quasi die „Tankstelle“, kann sehr unterschiedlich aussehen: Es kann das tägliche Gebet sein, oder die Heilige Messe. Es kann eine Zeit der Stille sein, Exerzitien, das Gespräche mit einem Begleiter/ einer Begleiterin, der Austausch mit anderen, neue Gedanken und Anregungen, die ich durch andere bekomme, eine gemeinsame Meditationszeit und vieles mehr.

Das Geistliche Zentrum kann mit seinen vielfältigen Möglichkeiten zu einer „geistlichen Tankstelle“ werden. Wer eine Unterbrechung sucht, eine Zeit der Stille oder Exerzitien, kann hier fündig werden. Wer sich den Austausch mit anderen, Hilfestellung für das Gebet oder ein Gespräch wünscht, findet hier Möglichkeiten. Vieles ist noch im Entstehen, manches findet Online statt, anderes wird zunehmend auch in Präsenz angeboten.

Gemeinsam mit Ihnen könnte es auch
Angebote in Ihrer Gemeinde vor Ort oder für Ihre Gemeinde geben. Einiges finden Sie auf den Seiten 22 und 29. Vielleicht haben Sie einen Wunsch, oder Interesse, selbst ein Angebot zu entwickeln. Lassen Sie uns miteinander ins Gespräch kommen. Mein Traum ist, dass das Geistliche Zentrum zu einem Ort wird, an dem Menschen Unterstützung für ihr Leben aus dem Glauben finden und anderen geben.

Doch wichtig ist nicht, wo Sie „auftanken“. Wichtig ist, dass Sie Orte und Menschen haben bzw. finden, bei denen Sie auftanken können, auch im Glauben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, voll Gottes gutem Geist zu sein!

Ihre Evelyn Krepele

Februar 2022
Während ich diesen Beitrag für das Infoblatt schreibe, steigen die Corona-Inzidenzen auf nie dagewesene Höchststände. Das setzt wieder ein großes Fragezeichen an Veranstaltungen, die in Präsenz stattfinden könnten. Nichts desto trotz: Wir bleiben vor Ort erreichbar und halten das Haus offen für Gäste und Gespräche. Selbstverständlich passen wir dabei laufend unser Hygienekonzept an den staatlichen und kirchlichen Vorgaben an. Außerdem werde ich von Ende Januar bis Mitte Februar nacheinander in den Sonntagsmessen unserer Gemeinden sein, um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen

Die Exerzitien im Alltag, die wir in der Fastenzeit anbieten, werden in diesem Jahr online stattfinden.
Ich konnte Frau Dr. Maria Henke gewinnen, gemeinsam mit mir einen Einsteigerkurs für Menschen anzubieten, die (wieder neu) in die Stille kommen möchten. Darüber hinaus sind Einzelbegleitungen von kontemplativen wie auch eher klassischen Exerzitien im Alltag vor Ort möglich.

Als kleinen Ausblick möchte ich auf den Besinnungstag der Gemeinde Herz Jesu  am Samstag, den 2. April um 14 Uhr, aufmerksam machen. Mitglieder aus unseren anderen Gemeinden sind dazu herzlich willkommen.
Bleiben Sie über aktuelle Veränderungen informiert mit unserer Website: www.san-damiano-hamburg.de

In diesen herausfordernden Zeiten  wünsche ich Ihnen eine große Portion Optimismus gewürzt mit Hoffnung, Geduld und Ausdauer. Und wenn Sie jemanden zu reden brauchen: Nur Mut, nutzen Sie eines der vielen Angebote unserer Pfarrei!

Ihre Evelyn Krepele

Januar 2022
Die Karte mit dem Segenswunsch auf der Rückseite haben Sie sicherlich schon in Ihrer Kirche entdeckt. Sie entstand als  Kooperation zwischen dem Gemeindeteam von Herz Jesu und dem Geistlichen Zentrum San Damiano.

Wenn ich auf das vergangene Jahr zurückblicke, so sind einige Projekte durch Kooperationen möglich geworden:
Dies gilt für die Abendreihe zu Thema Gebet im letzten Frühjahr, die auf Anregung und unter Beteiligung von Ehrenamtlichen der Gemeinde St. Franziskus entstanden.
Der Gedenktag für die Opfer der Corona-Pandemie im April war eine Zusammenarbeit mit der Jungen Kirche und der Gemeinde St. Franziskus. Hinter der Ausstellung „Bibel Kreativ“ standen neben dem Geistlichen Zentrum die Theologin Eva Maria Schmitz und die Künstlerin Ruth Prodöhl.

Eine weitere Reihe von Aktivitäten ging vom Geistlichen Zentrum aus. Dazu zählen die täglichen Impulse in der Fastenzeit, die man abonnieren oder auf der Website der Pfarrei lesen konnte, Exerzitien im Alltag in der Fasten– und Adventszeit, und das Online–Bibelgespräch „Bibel und Alltag“, das jeden Monat stattfand.

Ein besonderer Schwerpunkt bestand darin, unser Zentrum bekannt zu machen. So konnten wir vor den Sommerferien eine Werbepostkarte in alle Hamburger Pfarreien senden und im Oktober unsere eigene Website freischalten. Auch gab es immer wieder Gelegenheiten, in der Kirchenzeitung und der Abendblattbeilage „Himmel und Elbe“ auf verschiedene Veranstaltungen und Aktionen hinzuweisen. All dies wäre ohne die intensive Unterstützung von Frau Kegler, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, nicht möglich gewesen. Die regelmäßigen Berichte im Infoblatt und unser Newsletters, der fünfmal im Jahr erscheint und mittlerweile an mehr als 100 Leute gemailt wird, wird es auch im kommenden Jahr weiterhin geben.

Neben diesen sichtbaren Aktivitäten gab es auch einige, die für die Öffentlichkeit nicht so sichtbar waren: So konnten wir im vergangen Jahr einzelne Gäste begrüßen, die sich in unserem Haus eine kleine Auszeit gönnten, in die Stille gingen oder das Gespräch und geistliche Begleitung suchten. Ebenso haben verschiedene Gruppen die Möglichkeit zu einen Einkehrtag bei uns wahrgenommen. 

Pandemiebedingt mussten wir leider auch ein paar Absagen hinnehmen, die sowohl Gruppen wie auch Einzelpersonen betrafen. Besonders schade fand ich dabei, dass die Begegnung für die Gemeindeteams der Pfarrei nicht wie geplant am ersten Advent stattfinden konnte. Doch ich bin zuversichtlich, wir werden diese Veranstaltung nachholen.

Auch im neuen Jahr setzen wir das online-Bibelgespräch fort und bieten in der Fastenzeit wieder Exerzitien im Alltag sowie einen Oasentag an. Weitere Projekte sind in Planung. Dabei freue ich mich, mit Ihnen in den Gemeinden und Gruppen unserer Pfarrei zu kooperieren. Haben Sie eine Idee oder einen Wunsch, lassen Sie uns miteinander sprechen. Ich komme gerne zu Ihnen in die Gemeinden St. Johannis, St. Franziskus und Herz Jesu.
Selbstverständlich steht unser Haus weiterhin allen offen, die eine kleine Auszeit brauchen und Stille suchen.

Mein ganz herzlicher Dank geht an alle, die im vergangene Jahr auf sehr unterschiedliche Weise zum Gelingen im Geistlichen Zentrum beigetragen haben. Ohne Sie wäre vieles nicht möglich gewesen!

Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen, dass Sie Tag für Tag lichtvolle Augenblicken, klitzekleinen und riesengroßen Hoffnungsschimmer sowie strahlend helle Momente entdecken mögen.

Ihre Evelyn Krepele