Neues aus dem Geistlichen Zentrum

Mai 2022
In der Mitte ein großes blaues Tuch, eine Kerze, ein paar Blumen und eine Bibel, drum herum ein Kreis von Stühlen; die Gemeinderäume und die Umgebung von St. Olaf eignen sich hervorragend für Besinnungstage kleinerer und größerer Gruppen. Dies konnten wir im April gleich zweimal erleben. Am ersten Samstag haben 12 Personen aus der Gemeinde Herz Jesu und anderen Teilen unserer Pfarrei einen besinnlichen und entspannten Nachmittag genossen. Dabei ging es zuerst ins nahe gelegene Horner Moor. Die Aufgabe: einfach wahrnehmen was da ist. Es ist erstaunlich, was sich alles zeigt, wenn man sich die Zeit gönnt, mit offenen Sinnen umher zu gehen. Danach ging es mit dem Bild des Gartens weiter unter der Fragestellung, was jedem einzelnen von Gott geschenkt ist. Ein Wortgottesdienst rundete den Nachmittag ab. Selbstverständlich war der Austausch untereinander bei Kaffee und köstlichem Kuchen (von Frau Rex) ein Teil des Programms.

In der Karwoche füllte sich der Gemeinderaum dann mit Abiturientinnen und Abiturienten der Sankt-Ansgar-Schule, Hamburg. Zum Abschluss ihrer Schulzeit stellten sie sich zwei sehr intensiven Tagen der Selbstreflexion und der Frage, wie man gute Entscheidungen trifft.

Es tut gut, sich wieder in Präsenz begegnen zu können, im Austausch miteinander zu sein, aber auch Zeit für sich zu haben, in sich gehen zu können und ins Beten zu kommen. Auch in den nächsten Monaten werden wir unterschiedliche Formen von besinnlichen Zeiten anbieten. So ist für den 11. Juni ein Kontemplationsnachmittag geplant. Am 9. Juli wird es unter dem Titel „Lebendig endlich sein – endlich lebendig sein“ ein Austauschtag zum Thema Tod und Leben geben. Mehr dazu im nächsten
Infoblatt und jetzt schon auf der Website des Geistlichen Zentrums.

Zudem haben wir unser Online-Angebot erweitert: Seit Ende April bieten wir monatlich eine kontemplative Gebetszeit für alle an, die gerne mit anderen zusammen meditieren möchten, aber den Weg nach Horn nicht auf sich nehmen mögen.

Besonders freue ich mich, dass wir auch in diesem Jahr wieder Gäste in unserem Haus begrüßen können. Mittlerweile sind die meisten Einschränkungen weggefallen. Selbstverständlich achten wir weiterhin sehr auf die Sicherheit aller.

Mit jeder Erfahrung, die wir machen, wächst das Geistliche Zentrum ein Stückchen weiter. Manchmal erscheint es mir wie die Natur, die im Frühling erwacht, mit der Verheißung, dass die Blütenpracht noch aussteht.

Jetzt im Mai ist die Natur in ihrer Fülle erwacht. Leben in Fülle ist uns auch von Christus verheißen. Ich wünschen Ihnen diesem Leben in Fülle immer mehr auf die Spur zu kommen.

Ihre Evelyn Krepele

April 2022
Während die Natur langsam zu neuem Leben erwacht ist und die Schneeglöckchen, Krokusse und Winterlinge den Narzissen und Tulpen langsam Platz machen, hat sich das Lebensgefühl von vielen grundlegend verändert.

Der Frieden in Europa, der uns so sicher schien, ist brüchig geworden. Wir haben erlebt, wie ein großes Land so einfach bei seinem kleineren Nachbarn militärisch einmarschiert ist und Millionen von Menschen zur Flucht treibt. Eine Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft rollt nicht nur durch unser Land. Auch in unserer Pfarrei sind viel Geld und Sachspenden gesammelt worden, um Flüchtlingen in Polen und in der Ukraine zu helfen. Das ist gut.

Gut ist auch, dass wir als Christinnen und Christen immer die Möglichkeit haben, unsere Sorgen und Anliegen im Gebet Gott zu sagen. Ich bin überzeugt, Millionen von Menschen beten für den Frieden, und vielleicht haben Sie sich auch schon lange in die große Gruppe der Betenden eingereiht. Zweimal am Tag (um 12 Uhr mittags und um 18 Uhr) läuten unsere Glocken, traditionell zum Angelus-Gebet. Vielleicht kann das Glockenläuten uns zur Erinnerung werden, innezuhalten und für den Frieden zu beten, mit eigenen Worten, mit dem Angelus-Gebet oder vielleicht mit den Worten von Papst Johannis Paul II.
Wie wir für den Frieden beten ist sicherlich zweitrangig, dass wir Frieden dringend brauchen, ist dagegen wohl unumstritten.

Im Gebet mit Ihnen vereint!

Ihre Evelyn Krepele

Gott,
höre meine Stimme

Zu dir, Schöpfer der Natur und der Menschheit, der Wahrheit und Schönheit, bete ich:
Höre meine Stimme,
denn es ist die Stimme der Opfer aller Kriege und Gewalt zwischen Einzelnen und Nationen.
Höre meine Stimme,
denn es ist die Stimme aller Kinder, die leiden und die leiden werden, wenn Menschen auf Waffen und Krieg vertrauen.
Höre meine Stimme,
wenn ich dich bitte, in die Herzen aller Menschen die Vision vom Frieden, die Kraft der Gerechtigkeit und die Freude an der Gemeinschaft einzuflößen.
Höre meine Stimme,
denn ich spreche für die Vielen in jedem Land und zu jeder Zeit,  die keinen Krieg wollen und bereit sind, den Weg des Friedens zu gehen.
Höre meine Stimme,
gewähre uns die Einsicht und Kraft, damit wir immer auf Hass mit Liebe, auf Ungerechtigkeit mit engagierter Gerechtigkeit,
auf die Not mit dem Teilen von dem, was wir haben, und auf Krieg mit Frieden antworten können.
O Gott, höre meine Stimme, und gewähre der Welt deinen immerwährenden Frieden.

Papst Johannes Paul II in Hiroshima, Japan, 1981

März 2022
An den Wochenenden im Februar war ich in unseren vier Gemeinden, um das Geistliche Zentrum vorzustellen. Dabei stellte sich mir als erstes die Frage: Worum geht es im Geistlichen Zentrum? Was ist 
„geistlich“, oder – um es mit einem neumodischeren Wort zu sagen – was ist „Spiritualität“? Ich versuche es mal so zu definieren: Spiritualität ist die Weise, wie der Glaube im eigenen Leben konkret erfahrbar wird. Vielleicht kann ich es mit einem Bild verdeutlichen: Ich denke an mein Auto. Es bringt mich zuverlässig überall hin. Allerdings fährt es nur so lange, wie Benzin im Tank ist. Geht das Benzin zur Neige, fahre ich zur Tankstelle. Ich unterbreche meine Fahrt, um meinen Tank aufzufüllen.

Ähnlich ist es in meinem Leben: Ich weiß, dass Gott da ist und ich bin auch da. Doch im Alltag ist viel los. Ich laufe von einem zum anderen. Manchmal habe ich das Gefühl, tausend Sachen gleichzeitig zu machen. Da gerät mir manchmal das Wichtigste aus dem Blick. Darum brauche ich ab und zu eine Unterbrechung. Ich halte an, um mich wieder neu auf Gott auszurichten, mit ihm in Beziehung zu treten. Ich werde mir von neuem bewusst, dass er da ist, und ich nicht alles alleine bewältigen muss.

Diese Unterbrechung, quasi die „Tankstelle“, kann sehr unterschiedlich aussehen: Es kann das tägliche Gebet sein, oder die Heilige Messe. Es kann eine Zeit der Stille sein, Exerzitien, das Gespräche mit einem Begleiter/ einer Begleiterin, der Austausch mit anderen, neue Gedanken und Anregungen, die ich durch andere bekomme, eine gemeinsame Meditationszeit und vieles mehr.

Das Geistliche Zentrum kann mit seinen vielfältigen Möglichkeiten zu einer „geistlichen Tankstelle“ werden. Wer eine Unterbrechung sucht, eine Zeit der Stille oder Exerzitien, kann hier fündig werden. Wer sich den Austausch mit anderen, Hilfestellung für das Gebet oder ein Gespräch wünscht, findet hier Möglichkeiten. Vieles ist noch im Entstehen, manches findet Online statt, anderes wird zunehmend auch in Präsenz angeboten.

Gemeinsam mit Ihnen könnte es auch
Angebote in Ihrer Gemeinde vor Ort oder für Ihre Gemeinde geben. Einiges finden Sie auf den Seiten 22 und 29. Vielleicht haben Sie einen Wunsch, oder Interesse, selbst ein Angebot zu entwickeln. Lassen Sie uns miteinander ins Gespräch kommen. Mein Traum ist, dass das Geistliche Zentrum zu einem Ort wird, an dem Menschen Unterstützung für ihr Leben aus dem Glauben finden und anderen geben.

Doch wichtig ist nicht, wo Sie „auftanken“. Wichtig ist, dass Sie Orte und Menschen haben bzw. finden, bei denen Sie auftanken können, auch im Glauben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, voll Gottes gutem Geist zu sein!

Ihre Evelyn Krepele

Februar 2022
Während ich diesen Beitrag für das Infoblatt schreibe, steigen die Corona-Inzidenzen auf nie dagewesene Höchststände. Das setzt wieder ein großes Fragezeichen an Veranstaltungen, die in Präsenz stattfinden könnten. Nichts desto trotz: Wir bleiben vor Ort erreichbar und halten das Haus offen für Gäste und Gespräche. Selbstverständlich passen wir dabei laufend unser Hygienekonzept an den staatlichen und kirchlichen Vorgaben an. Außerdem werde ich von Ende Januar bis Mitte Februar nacheinander in den Sonntagsmessen unserer Gemeinden sein, um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen

Die Exerzitien im Alltag, die wir in der Fastenzeit anbieten, werden in diesem Jahr online stattfinden.
Ich konnte Frau Dr. Maria Henke gewinnen, gemeinsam mit mir einen Einsteigerkurs für Menschen anzubieten, die (wieder neu) in die Stille kommen möchten. Darüber hinaus sind Einzelbegleitungen von kontemplativen wie auch eher klassischen Exerzitien im Alltag vor Ort möglich.

Als kleinen Ausblick möchte ich auf den Besinnungstag der Gemeinde Herz Jesu  am Samstag, den 2. April um 14 Uhr, aufmerksam machen. Mitglieder aus unseren anderen Gemeinden sind dazu herzlich willkommen.
Bleiben Sie über aktuelle Veränderungen informiert mit unserer Website: www.san-damiano-hamburg.de

In diesen herausfordernden Zeiten  wünsche ich Ihnen eine große Portion Optimismus gewürzt mit Hoffnung, Geduld und Ausdauer. Und wenn Sie jemanden zu reden brauchen: Nur Mut, nutzen Sie eines der vielen Angebote unserer Pfarrei!

Ihre Evelyn Krepele

Januar 2022
Die Karte mit dem Segenswunsch auf der Rückseite haben Sie sicherlich schon in Ihrer Kirche entdeckt. Sie entstand als  Kooperation zwischen dem Gemeindeteam von Herz Jesu und dem Geistlichen Zentrum San Damiano.

Wenn ich auf das vergangene Jahr zurückblicke, so sind einige Projekte durch Kooperationen möglich geworden:
Dies gilt für die Abendreihe zu Thema Gebet im letzten Frühjahr, die auf Anregung und unter Beteiligung von Ehrenamtlichen der Gemeinde St. Franziskus entstanden.
Der Gedenktag für die Opfer der Corona-Pandemie im April war eine Zusammenarbeit mit der Jungen Kirche und der Gemeinde St. Franziskus. Hinter der Ausstellung „Bibel Kreativ“ standen neben dem Geistlichen Zentrum die Theologin Eva Maria Schmitz und die Künstlerin Ruth Prodöhl.

Eine weitere Reihe von Aktivitäten ging vom Geistlichen Zentrum aus. Dazu zählen die täglichen Impulse in der Fastenzeit, die man abonnieren oder auf der Website der Pfarrei lesen konnte, Exerzitien im Alltag in der Fasten– und Adventszeit, und das Online–Bibelgespräch „Bibel und Alltag“, das jeden Monat stattfand.

Ein besonderer Schwerpunkt bestand darin, unser Zentrum bekannt zu machen. So konnten wir vor den Sommerferien eine Werbepostkarte in alle Hamburger Pfarreien senden und im Oktober unsere eigene Website freischalten. Auch gab es immer wieder Gelegenheiten, in der Kirchenzeitung und der Abendblattbeilage „Himmel und Elbe“ auf verschiedene Veranstaltungen und Aktionen hinzuweisen. All dies wäre ohne die intensive Unterstützung von Frau Kegler, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, nicht möglich gewesen. Die regelmäßigen Berichte im Infoblatt und unser Newsletters, der fünfmal im Jahr erscheint und mittlerweile an mehr als 100 Leute gemailt wird, wird es auch im kommenden Jahr weiterhin geben.

Neben diesen sichtbaren Aktivitäten gab es auch einige, die für die Öffentlichkeit nicht so sichtbar waren: So konnten wir im vergangen Jahr einzelne Gäste begrüßen, die sich in unserem Haus eine kleine Auszeit gönnten, in die Stille gingen oder das Gespräch und geistliche Begleitung suchten. Ebenso haben verschiedene Gruppen die Möglichkeit zu einen Einkehrtag bei uns wahrgenommen. 

Pandemiebedingt mussten wir leider auch ein paar Absagen hinnehmen, die sowohl Gruppen wie auch Einzelpersonen betrafen. Besonders schade fand ich dabei, dass die Begegnung für die Gemeindeteams der Pfarrei nicht wie geplant am ersten Advent stattfinden konnte. Doch ich bin zuversichtlich, wir werden diese Veranstaltung nachholen.

Auch im neuen Jahr setzen wir das online-Bibelgespräch fort und bieten in der Fastenzeit wieder Exerzitien im Alltag sowie einen Oasentag an. Weitere Projekte sind in Planung. Dabei freue ich mich, mit Ihnen in den Gemeinden und Gruppen unserer Pfarrei zu kooperieren. Haben Sie eine Idee oder einen Wunsch, lassen Sie uns miteinander sprechen. Ich komme gerne zu Ihnen in die Gemeinden St. Johannis, St. Franziskus und Herz Jesu.
Selbstverständlich steht unser Haus weiterhin allen offen, die eine kleine Auszeit brauchen und Stille suchen.

Mein ganz herzlicher Dank geht an alle, die im vergangene Jahr auf sehr unterschiedliche Weise zum Gelingen im Geistlichen Zentrum beigetragen haben. Ohne Sie wäre vieles nicht möglich gewesen!

Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen, dass Sie Tag für Tag lichtvolle Augenblicken, klitzekleinen und riesengroßen Hoffnungsschimmer sowie strahlend helle Momente entdecken mögen.

Ihre Evelyn Krepele